Flugschüler Christian bloggt

Unser Flugschüler führt einen Blog über seine Eindrücke & Erfahrungen zur Privatpilotenlizenz PPL(A)

Über eine Pilotenausbildung können unsere Fluglehrer & Mitarbeiter bei MG flyers Ihnen bereits einen Überblick und viele Informationen zukommen lassen. Aber sind nicht die ungefilterten Eindrücke eines Flugschülers viel authentischer, um sich ein umfassendes Bild über die Schritte zur Pilotenlizenz zu machen? Unser Flugschüler Christian hat im August 2017 seine Ausbildung zum Privatpiloten bei uns begonnen und wird in den kommenden Monaten in einem Blog regelmäßig von seinen Erfahrungen, Erfolgen, wie auch Rückschlägen auf dem Weg zum Luftfahrerschein berichten.

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#9 - Mit Airwork im Endspurt zur Prüfungsvorbereitung

Mai 2018 – Über Langsamflug, Strömungsabriss-Übungen, Steilkurven und Ziellandeübungen

Die letzten Solo-Flugstunden und die erste Wirbelschleppenstaffelung
Da die Prüfung jetzt doch langsam aber sicher näher rückt, müssen alle formellen Prüfungsvoraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört, mindestens 10 Stunden Solo-Flugzeit nachzuweisen. Daher nutze ich einen lauen Freitagabend für ein paar Platzrunden am Flughafen Mönchengladbach. Ich habe mir vorgenommen, gezielt an meiner Landetechnik zu arbeiten. So experimentiere ich mit der Anfluggeschwindigkeit, versuche einen immer gleich bleibenden Anflugwinkel zu erwischen und gehe ganz feinfühlig an die Ausschwebphase. Ich übe, übe und übe… Anfangs merke ich schnell, dass ich in den letzten Tagen viel auf Strecke unterwegs war. Das gezielte Training tut jetzt aber richtig gut: Nach ein paar nicht so schönen Anflügen wird es dann auch zunehmend besser. Ich finde, die Übung zahlt sich aus und es macht immer mehr Spaß.

Ein Höhepunkt des Tages: Ganz nebenbei habe ich noch die Gelegenheit aus der Luft die einfliegende JU 52 im Landeanflug zu beobachten. Nachdem ich die Crew schon im Funk gehört habe, genieße ich den Anblick dieses wunderschönen Flugzeugs im Endanflug, während ich mich im rechten Gegenanflug der Piste 13 in 1.100 ft Höhe befinde und einen echten Logenplatz habe – phantastisch, das sieht so schön aus! Die Realität kommt aber sofort zurück, als mich der Tower fragt, ob ich eine Wirbelschleppenstaffelung haben möchte!?! Stimmt, denke ich mir, die JU ist doch ein relativ großes Flugzeug und die Verwirbelungen dahinter könnten meine Cessna ordentlich durchschütteln. Obwohl ich mich in der Theorie ganz gut auf solche Situationen vorbereitet fühle, entscheide ich mich das Angebot des Lotsen anzunehmen. In gebührendem Abstand drehe ich erst später in den Gegen- und dann in den Endanflug ein. Die Wirbelschleppen sind somit kein Thema mehr.

Airwork zur Prüfungsvorbereitung – von Aufsetzen und Durchstarten über Steep-Turns bis Ziellandeübungen
Das ist definitiv der Schwerpunkt dieses Monats: Airwork. Nachdem ich in den letzten Tagen sehr viel solo unterwegs war, ist es teilweise früh am Morgen, als ich mich mit meinem Fluglehrer bei MG flyers in Mönchengladbach treffe: So zum Beispiel an einem Sonntagmorgen freiwillig schon um 8 Uhr – Fliegerei motiviert! Als wesentlichen fliegerischen Teil der Prüfung muss ich nachweisen, Standard-Prozeduren sauber durchführen zu können und die Cessna in allen Situation vollends im Griff zu haben. Dabei ist die Bandbreite groß, sie reicht von Durchstarten, Landungen mit und ohne Klappen, Steep-Turns (Steilkurven mit 45° Schräglage), Strömungsabriss in unterschiedlichen Flugzeugkonfigurationen, Ziellandeübungen bis zu Notlandeübungen. Ich merke schnell, dass die Tücke auch bei den praktischen Übungen im Detail liegt: So stellt sich besonders der Wind als wesentliche Größe dar, deren Stärke und Richtung richtig eingeschätzt sein will. Aber auch wenn kein Wind weht, stellt sich die eine besondere Erfahrung ein: der Flieger will fliegen! Das habe ich besonders an einem windstillen Abend bei Ziellandeübungen in Dinslaken gespürt und die Gleitfähigkeit der Cessna unterschätzt. Ich hätte größer ausholen müssen, um mehr Zeit zum Sinken zu gewinnen. In meinem Fall hingegen blieb dann nur das Durchstartmanöver. Also Gas geben, Geschwindigkeit aufholen und stufenweise die Klappen zurückfahren – Funken nicht vergessen, neuer Anlauf. Der klappt schon besser, immerhin bin ich gelandet. Ein drittes mal, nochmal besser. Einfach eine Gefühlsfrage, die sich mit der Zeit einstellt.

Ein weiterer Höhepunkt meiner Pilotenausbildung: Ein Low Approach (Tiefüberflug) am Verkehrsflughafen Düsseldorf (EDDL). Nachfolgend noch mal im bewegten Bildern festgehalten:

Jetzt kommt die Haube zum Einsatz, mit der ich bis jetzt relativ wenig Erfahrungen gemacht habe. Durch sie kann ich nicht mehr nach draußen schauen und habe nur die Instrumente im Blick. Wir simulieren ein plötzlich aufziehendes schlechtes Wetter, das eine Umkehrkurve von 180 Grad notwendig macht. Ohne die Möglichkeit, die Lage des Flugzeugs am natürlichen Horizont einzuschätzen wird deutlich, dass ich mich auf das „Hosenbodengefühl“ nicht verlassen kann. Die Instrumente geben ein klares Bild von der Lage des Flugzeugs im Raum, aber sie wollen alle beobachtet und richtig interpretiert werden. Letztlich gelingt aber auch diese Übung und verdeutlicht mir nochmal, wie wichtig es ist, die Mindest-Sichtbedingungen einzuhalten.

Auch wichtig, die Notlandeübung. Nach einem Geradeausflug simulieren wir einen Motorausfall, Gas ist auf Leerlauf. Jetzt gilt es eine geeignete Notlandefläche zu finden. Da, ein abgeerntetes Feld sieht aus, als würde es passen. Ich achte auf meine Geschwindigkeit und versuche mir die verbleibende Höhe bis zu dem zuvor ausgewählten Feld einzuteilen. Mit den Klappen geht’s dann etwas langsamer nach unten – hätte gepasst, Übung geschafft, also Durchstarten. Gas rein, Geschwindigkeit aufholen, Klappen reduzieren, Höhe gewinnen. Auch wenn es nur eine Übung ist, so ist die Vorstellung einmal einen realen Motorausfall zu erlauben natürlich nicht so schön. Umso besser, dass wir dieses Szenario üben.

Steep-Turns bauen wir dann immer mal wieder in einzelne Flugabschnitte ein: Kurs und Höhe festgelegt, Luftraum frei, wir beginnen nach Links mit 45 Grad Schräglage. Langsam etwas mehr Gas geben und nach draußen schauen, um die Nase am Horizont entlang zu führen, ausleiten, Gas wieder zurück. Und das gleiche nochmal nach Rechts. Nach ein paar Übungen klappt das schon mal besser – obwohl, Luft ist da immer noch. Und damit es nicht zu langweilig wird, entscheidet mein Fluglehrer, dass ich ohne Klappen lande. Verdammt, das hatte ich ganz vergessen, dass dies ja auch in der Prüfung dran kommen kann! Wo ist der Unterschied zur Landung mit Klappen? Die Energie muss aus dem Flieger, die Klappen darf ich nicht benutzen und muss frühzeitig bereits im Anflug die Geschwindigkeit reduzieren, zur Not mit Gas wieder ranziehen. Klingt eigentlich einfach und logisch. Ich jedenfalls fliege zu schnell an und brauche ein sehr langes Stück der zum Glück großzügigen Landebahn in Mönchengladbach. Gut, dass wir das geübt haben!

Die Tage sind voll mit viel Input, vielen Übungen und vor allem aber einem: mit viel Spaß! Ich bin dankbar für all die Tipps und Hinweise, die mich auf meinem Weg zur Lizenz ein gutes Stück weiter gebracht haben. Vielen Dank dafür an meine Fluglehrer, die mir ihren großen Erfahrungsschatz mitgeben!

Theoriekenntnissen, ein Stück Fliegeridylle und liebevoll restaurierte Flugzeuge
Nächster Tag, nächster Flug: Bevor wir den Flieger anlassen, muss ich jetzt auch immer mal wieder ein paar Fragen zur allgemeinen Luftfahrzeugkunde am Beispiel meines Schulflugzeuges beantworten. Auch das ist Bestandteil der Prüfung und ich sollte dem Prüfer zeigen, dass ich nicht nur mein Flugzeug kenne und die wesentlichen theoretischen Kenntnisse habe. So stehe ich Rede und Antwort, z.B. nach einer differenzierten Ruderansteuerung/negatives Wendemoment, statischer und dynamischer Ruderausgleich, Antrieb des Propellers, Anlassvorgang oder die unterschiedlichen Antennen. Bei einer Antenne muss ich leider passen, wie sich später herausstellt ist es die Transponderantenne. Das habe ich mir natürlich jetzt gemerkt und mir wird es nicht noch einmal entfallen.

Im Rahmen eines kleinen Dreiecksflugs in Richtung Süden fliegen wir bei schönstem Sommerwetter nach Nörvenich, um von dort nach Aachen weiter zufliegen. Hier hat mein Fluglehrer eine kleine Überraschung vorbereitet und möchte mir was Schönes zeigen 😉 In Nörvenich, wo sonst Eurofighter starten und landen, sind wir zu Gast bei der Bundeswehr-Sportfliegergemeinschaft „Boelke“ / Heini Dittmar e.V. Mit der über 2 km langen Bahn habe ich natürlich keine Probleme. Der Flieger wird auch direkt neben der Bahn abgestellt und die Landegebühr nach einem kleinen Fußmarsch über den Platz entrichtet. Uns fällt auf, es ist wunderbar ruhig hier. Auf der Bahn stehen vier Flieger, die nach ein paar Metern hinter Grass etwas verdeckt sind – hat schon was von Fliegeridylle. Es geht familiär zu, freundlich und gelassen. Der Fußmarsch tut gut und so mache ich mich mit dem festen Vorsatz zurück zum Flieger, „hier komme ich gerne nochmal hin und dann schaue ich mir auch das Vereinsheim genauer an“.

Dann geht es weiter zum Flugplatz Aachen-Merzbrück. Eine Premiere für mich, die in der Vorbereitung schon wegen der kurzen Bahn aufgefallen ist. Da muss der Anflug sitzen, aber es passt ganz gut. Beim Abrollen von der Bahn fällt mir ein wunderschöner Oldtimer vor einer der Hallen auf, der mit seinem chromfarbenem Rumpf, sowie gelben Flügeln und Leitwerk, in der Sonne glänzt. Es handelt sich um eine Ryan PT-22, wunderschön! In der Halle stehen noch weitere Schmuckstücke, die man einfach gesehen haben muss. Und das beste: Man kann in diesen wunderschönen Maschinen mitfliegen. Das ist bestimmt ein einmaliges Erlebnis, die Power und das Fluggefühl müssen umwerfend sein. Wir können mit den Eigentümern sprechen und erfahren viel über die Geschichte und die Arbeit, die die Restauration in Anspruch genommen hat. Das Ergebnis der Mühen ist phantastisch geworden. Vor so viel Liebe zum Detail und Leidenschaft habe ich einen riesen Respekt.

Jetzt heißt es Zielgerade: Nicht mehr lange bis zur Prüfungsanmeldung!

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#10 – Jetzt bin ich Pilot!

Juni 2018 – Praktische Prüfung und Lizenzerteilung

Der Prüfungsfreigabe folgt die Organisation des Prüfungstermins
Jetzt ging es auf einmal ganz schnell, nachdem ich erst vor einer Woche meine Prüfungsfreigabe durch die Bezirksregierung erhalten habe, konnte ich mit dem Prüfer einen kurzfristigen Termin vereinbaren. Ich wollte jetzt nicht lange warten, in der Zwischenzeit hätte ich mich wahrscheinlich verrückt gemacht. Statt dessen heißt es organisieren, Urlaubstag nehmen und MG flyers über den Prüfungstermin informieren damit der Flieger verfügbar ist.

Am Morgen des Prüfungstages war die Aufregung dann am größten, mehrfach habe ich meine Streckenplanung von Mönchengladbach nach Dinslaken und von dort nach Stadtlohn überprüft, den Wetterbericht gelesen, den Flugdurchführungsplan rauf und runter gerechnet. Jetzt noch zeitig losfahren um bloß nicht zu spät zu kommen. An der Flugschule empfängt mich mein Fluglehrer und nimmt mir die erste Aufregung. Es kommt mir in diesem Moment sogar fast so vor, als hätten wir einen normalen Flug vor uns. Nur die paar Mini-Muffins mit Schokoladen-Glücks-Kleeblättern, die meine Freundin extra als Nervennahrung für heute gebacken hat, machen den besonderen Tag deutlich. Während wir auf den Prüfer warten, checke ich die Spritmenge, die noch im Flieger ist und ergänze meine Berechnungen. Nochmal doppelt checken, passt alles. Ich bin soweit, kann es jetzt losgehen? Zur verbleibenden Aufregung mischt sich ein Hauch Ungeduld.

Der Prüfer ist da – jetzt wird es ernst. In einem super freundlichen und sehr netten Gespräch gehen wir zunächst die Formalia durch. Er führt durch die Übungen, erläutert die wesentlichen Bewertungskriterien und möchte dann meine Flugvorbereitung sehen. Ich führe ihn durch meine Streckenplanung, erläutere die gewählte Route, die Wegpunkte samt Höhen und komme über Wetterbericht, Flugzeiten, Treibstoffmengen, Leistungsparameter, Start- und Landestreckenberechnungen über Frequenzen zu den NOTAMs. Bis auf einen kleinen Rechenfehler in der sicheren Flugzeit ist alles in Ordnung. Das hat schon mal gepasst, aber jetzt geht’s zum Flieger.

Ich beginne mit dem Außencheck und gehe nach Checkliste vor. Dabei beantworte ich ein paar Fragen zur Ausstattung der Maschine, den Antennen, der Tankentlüftung und zum Motor. Erledigt, jetzt geht’s in die Luft! Ab dem ersten Funkkontakt notiere ich alle Freigaben akribisch auf meinem Flugdurchführungsplan und lese sie diszipliniert zurück.

Von Piste 31 geht’s über die Kilo-Abflugstrecke Richtung Norden. Vom Autobahnkreuz Moers weiter über Duisburg nach Oberhausen und in Höhe der Halde Haniel drehe ich nach Norden um ordentlich in den Gegenanflug der Piste 26 von Dinslaken einzufliegen. Aufsetzen und Durchstarten, Landezeit notieren – durchatmen. Schon gehts weiter in Richtung Norden zum Flugplatz Stadtlohn/Vreden. Auf meiner Route liegen Borken und Stadtlohn, die erwarteten und tatsächlichen Überflugzeiten notiere ich ordentlich in meinen Flugdurchführungsplan und freue mich, dass der typische Vorführeffekt nicht eintritt und die Zeiten ganz gut passen. Um nicht am Flugplatz vorbeizufliegen habe ich mir eine Auffanglinie vom VOR HMM auf Radial 284 eingerichtet, nahezu direkt in Bahnverlängerung. Und es klappt! Es folgt eine Ziellandeübung in Stadtlohn verbunden mit einer weiteren Durchstartübung. Auf dem Weg zurück nach Mönchengladbach kommt dann noch Airwork: Steilkurven, Strömungsabrisse in Anflug- und Reisekonfiguration sowie in Sinkkurven. Unter der „Haube“ ohne Blick nach außen geradeaus fliegen und dann eine 180-Grad Kurve. Passt!

Durch die ganzen Voll- und Halbkreise sowie das Airwork muss ich mich jetzt erst mal orientieren und meine Position bestimmen, die GPS-Anzeige bringt keine Lösung. „Wie ist das QDM für Mönchengladbach?“, fragt der Prüfer und ich finde mit Hilfe des OBS am CDI die Richtige Antwort: „180“. Schnell ist mit Hilfe dieser Information und der Karte die aktuelle Position ausgemacht und wir fliegen zurück. Zum Abschluss steht noch eine Landung ohne Klappen an, sozusagen meine fliegerische Achillesverse. Aber es funktioniert super, der Anflug mit der richtigen Geschwindigkeit, vielleicht einen kleinen Tick zu niedrig aber kein Problem, Centerline! Nur im letzten Moment steigt die Cessna nochmal etwas an, das hat uns beide überrascht. Dennoch ist die Landung sicher. „Sehr schön!“ Es geht zurück zur Flugschule, Zeit für das Ergebnis.

„Herzlichen Glückwunsch, bestanden!“ Mir fällt so ein großer Stein vom Herzen. Die Manöverkritik fällt gut aus, enthält ein paar Kleinigkeiten, die ich verbessern kann. Ich bin erleichtert, glücklich und platt… Das war ein aufregender Tag, ein schöner Flug und ich stelle fest, ich habe wirklich Glück gehabt. Netter Prüfer, gute Strecke und gutes Wetter. Vielen Dank nochmal für den dann doch angenehmen Prüfungsflug und natürlich das gute Ergebnis! Was für ein Tag! Jetzt warte ich ungeduldig auf die Lizenz und träume von meinem ersten Charter.

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Die Zeit des Wartens ist vorbei – meine Lizenz ist angekommen!
Zur Euphorie nach der bestandenen Prüfung mischt sich eine spur Wehmut, die letzten Monate waren besonders erlebnisreich und ein spannender Abschnitt endet jetzt. Zeit, die Ereignisse in Ruhe Revue passieren zu lassen. Seit meiner Anmeldung im August 2017 frage ich mich, wo die ganzen Monate geblieben sind?!? Die vielen Flüge, die tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte und die vielen tollen Erlebnisse ziehen in Gedanken so schnell an meinem geistigen Auge vorbei. Zu den Highlights gehörten neben der ersten Flugstunde sicherlich der erste Solo-Flug, der lange Dreiecksflug und der gemeinsame (Rund-)Flug mit Low-Approach am Flughafen Düsseldorf. Insgesamt gab es keinen Flug und keinen Tag, den ich missen möchte.

Ich bin jedem, der mich auf diesem Wege begleitet hat, sehr dankbar. Allen voran natürlich meiner Verlobten, die mir immer verständnisvoll die Zeit eingeräumt hat, die ich für Vorbereitungen, das Fliegen oder die Theorie brauchte. Sie hat alles mitbekommen, die Hochs und Tiefs. Vielen Dank mein Schatz, dass Du da warst und mich jederzeit unterstützt hast!

Besonders bin ich aber auch MG Flyers dankbar. Ich habe eine gute Ausbildung genossen, hatte einen phantastischen Fluglehrer. Wir hatten viel Spaß zusammen und ich kann noch so viel lernen. Insgesamt bin ich mir absolut sicher, die richtige Flugschule ausgewählt zu haben. Ein tolles und sympathisches Team. Stets gab es Hilfestellung, jeder ist ansprechbar. VIELEN DANK!

Wie geht’s jetzt weiter? Ich freue mich auf meine ersten eigenen Charter, die große Unabhängigkeit. Ich habe aber auch Respekt davor, jetzt komplett selbstständig zu sein. Ab nun entscheide ich stets selbst, ob geflogen werden kann, ob das Wetter auch noch bei meiner Rückkehr gut ist, welche Strecke ich nehme und wie ich mit unerwarteten Situationen umgehe. Ich werde immer wieder neue Flugplätze anfliegen, die ich nicht kannte. Nun bin ich der „Pilot in Comand“ und damit verantwortlich für das Flugzeug und meine Passagiere! Ich werde meinen eigenen Horizont immer wieder erweitern, Erfahrungen sammeln und daraus lernen. Mit der erfolgreichen Prüfung endet zwar ein wichtiger Abschnitt, das Fliegen geht jetzt aber erst richtig los! 🙂

Mit dem erfolgreichen Ende der Ausbildung endet dieser Blog. Ich habe mir in den letzten Monaten meine Gedanken und Erinnerungen zu jedem Ausbildungstag bzw. jedem Flug von der Seele geschrieben. Dabei haben mich positive Reaktionen immer motiviert. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, den einen oder anderen an dieser Zeit teilhaben zu lassen. Und wer weiß, vielleicht hat ja jemand Blut geleckt und will jetzt auch Fliegen. Ich kenne da eine gute Flugschule und kann gerne Informationen weitergeben.

Allen zusammen, always happy landings!

Anmerkung: Alle Blogbeiträge zu Christians Pilotenausbildung können Sie in seinem Facebook-Blog nachlesen.